Fotografien von (gemeinfreien) Gemälden oder anderen zweidimensionalen Werken genießen regelmäßig Lichtbildschutz nach § 72 UrhG. Dies hat der 1. Senat des BGH entschieden. Das Einscannen und Veröffentlichen entsprechender Fotos verletzt daher das Recht des Fotografen, die Bilder öffentlich zugänglich zu machen, so dass der Inhaber der Rechte die Unterlassung und Schadenersatz verlangen kann.

Anlässlich eines Museumsbesuchs selbst angefertigte und im Internet veröffentlichte Fotos, die unter Verstoß gegen ein vertraglich (auch in AGB/Benutzungsordnung) vereinbartes Fotografierverbot angefertigt wurden, und anschließend veröffentlicht werden, stellen eine Vertragsverletzung dar. Der Museumsbetreiber kann insoweit Schadenersatzansprüche geltend machen und Unterlassung verlangen.

BGH Urteil v. 20.12.2018, I ZR 104/17